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Malaria-Prophylaxe

Die Chemoprophlaxe bietet keinen vollständigen Schutz, da viele Malariaerreger gegen die üblichen Medikamente Resistenzen ausgebildet haben. Mückenschutz vermindert das Infektionsrisiko. Mit Notfall-Medikationen und ärztlicher Kontrolle lassen sich langfristige Krankheitsfolgen vermeiden.

Die Malaria ist in vielen tropischen Gebieten noch immer ein ernstes Problem. Die von 1955 bis 1969 durchgeführten Programme zur Ausrottung der Malaria sind nach anfänglichen Erfolgen gescheitert. Eine kontinuierliche Bekämpfung dieser Krankheit ist mühsam und wird in vielen Ländern aus ökonomischen Gründen gar nicht oder nur unvollständig fortgeführt. In einigen Regionen ist sogar eine Zunahme der Malaria zu beobachten. Dafür gibt es neben der unzureichenden Bekämpfung einen weiteren Grund: Eingriffe des Menschen in die Ökologie begünstigen die Verbreitung der Überträgermücke. So hat die Steigerung der Nahrungs- und Energieproduktion durch neu entstandene Süßwasserflächen, die zur landwirtschaftlichen Bewässerung und zur Energiegewinnung aus Wasserkraft dienen, zu einer erheblichen Ausweitung von Moskitobrutplätzen geführt.

Nach Schätzungen der WHO erkranken pro Jahr weltweit 200-300 Millionen Menschen an Malaria. Die durch den Erreger Plasmodium falciparum verursachte Malaria tropica ist die weitaus gefährlichste Malariaerkrankung und fast ausschließlich für die Todesfälle verantwortlich, deren Zahl auf ca. zwei Millionen pro Jahr geschätzt wird. Betroffen sind vor allem Kinder. Eine Teilimmunität, die mit einem abgeschwächten oder inapperenten Verlauf der Malaria tropica einhergeht, entsteht erst nach zahlreichen Injektionen und wird in den tropischen Epedemiegebieten mit einer hohen Kindersterblichkeit bezahlt.
In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren im Jahresdurchschnitt ca. 900 importierte Malariainfektionen der Reisenden gemeldet. Wahrscheinlich ist die Zahl der Erkrankten viel höher, da Untersuchungen zur Meldegenauigkeit nicht vorliegen. Zudem ist nicht bekannt, wie viele deutsche Reisende während eines Aufenthaltes in Malariagebieten erkranken und im Reiseland behandelt werden. Bei den gemeldeten eingeschleppten Erkrankungen durch deutsche Reisende stellt die Malaria tropica seit 1984 den Hauptanteil dar und ist in erster Linie für die Zunahme während der vergangenen Jahre verantwortlich. Über 60% aller importierten Malaria-Infektionen und etwa 90% der Malaria-tropica-Fälle wurden im tropischen Afrika erworben. Todesfälle traten fast ausschließlich bei der Malaria tropica auf. Während die importierte Malaria tropica in Deutschland in den 70er Jahren noch in fast 10% aller Fälle zum Tode führte, lag die Sterblichkeitsrate in den vergangenen Jahren bei 2-3%. Jede Malaria ist behandelbar und heilbar, wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt wird. Durch eine rechtzeitige Therapie sind Todesfälle durch importierte Malaria vermeidbar. Sie sind meistens dadurch bedingt, dass an die Möglichkeit einer Malaria nicht gedacht worden war.

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